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Individualbesteuerung – Bürokratie ohne Grenzen

23. Februar 2026

Als meine Frau und ich vor etwas weniger als 40 Jahren unter dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung geheiratet haben, hätten wir uns nie träumen lassen, dass wir uns dereinst wie in einer echten Scheidung mit dem Auseinanderdividieren unserer Finanzen beschäftigen müssen. Aber genau das droht uns, wenn das Volk am 8. März die Individualbesteuerung annimmt.

Damit müssten geschätzte 1.7 Millionen zusätzliche Steuererklärungen bearbeitet und bei den meisten davon viele Abgrenzungsfragen beurteilt werden – kurzum Bürokratie ohne Grenzen. Bisher gemeinsam versteuerte Pensionsbezüge, Vermögen, Schulden, Hypotheken, Liegenschaftsunterhalt, d.h. alles, was heute als Wirtschaftsgemeinschaft gemeinsam deklariert wird, müsste künstlich aufgeteilt und einzeln abgerechnet werden. Das führt nicht nur zu massivem Mehraufwand für die Steuerpflichtigen, sondern auch zu unzähligen neuen Abgrenzungsfragen und Streitfällen. Wer hat was bezahlt? Wem gehört was? Die Steuererklärung wird zum Ehekrieg auf Papier.

Wir haben volles Verständnis dafür, dass die Heiratsstrafe wegfallen muss, aber nicht mit einer Lösung, welche neue Ungerechtigkeiten bei unter einem andern Lebensmodell verheirateten Paaren führt und zusätzlich die Bürokratie masslos ansteigen lässt.

Dabei sind Lösungen parat. Die meisten Kantone haben die Hausaufgaben schon lange gemacht und der Bund könnte nur noch «abkupfern». Zudem Ist mit der Mitte-Initiative «Ja zu fairen Bundessteuern» ein praktikabler Vorschlag unterwegs, welcher weit weniger Ungerechtigkeiten verursacht.

Unter diesen Randbedingungen gibt es für uns nur eines, ein klares Nein zur Individualbesteuerung.

Brigitta und Peter Meyer-Regli
Galgenen

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